Satelliten- und Aerogeophysik

Bridges – Brückenschlag zwischen Geodäsie und Seismologie

Seit Anfang 2016 arbeiten wir an einer verbesserten Analyse von Erdbebenquellen durch eine verbesserte Integration von satellitengestützten geodätischen Daten, insbesondere SAR Interferometrie (InSAR), mit den mehr klassischen teleseismischen Wellenformen. Mit der Kombination von im Erdbeben-Nahfeld gemessenen InSAR Daten und den in Erdbeben-Fernfeld aufgezeichneten seismischen Signalen sind wir in der Lage, Bruchcharakteristiken von flachen Schadenserdbeben besser aufzulösen.

Weitere Informationen auf www.bridges.uni-kiel.de.


 

3D Earth – A Dynamic Living Planet

Das Forschungsprojekt 3D Earth ist darauf angelegt, ein globales 3D-Modell der Erdkruste und des oberen Mantels zu erstellen, welches auf der Analyse von Satellitendaten zum Erschwerefeld und (elektro-)magnetischen Untersuchungen in Kombination mit seismologischen Modellen beruht. Es soll dazu dienen, die Interaktion von Prozessen im tiefen Erdmantle und in der Lithosphäre zu analysieren.

Das Hauptaugenmerk liegt darauf, erstmals seismologische Modelle und Satellitenbeobachtungen der Potenzialfelder der Erde in einem konsistenten, dreidimensionalen Modell von Kruste und Mantel zu integrieren. Dabei werden Schwerefeldmessungen und (elektro-)magnetische Daten dazu genutzt werden, aus seismologischen Geschwindigkeiten auf petrologische Zusammensetzung und Temperatur rückzuschließen und somit die tektonischen Gegebenheiten und die Geschichte der Erde zu rekonstruieren. Auf diese Weise können neue Erkenntnisse über Prozesse gewonnen werden, die die Form unseres Planeten bestimmen.

Weitere Informationen auf www.3dearth.uni-kiel.de.


 

Swarm

Swarm ist der Name der aktuellen ESA Satellitenmission zur Vermessung des Magnetfelds der Erde. Drei Satelliten messen das Magnetfeld global mit einer lateralen Auflösung von 300 km. Die Anwendung dieser Messungen für die Modellierung der Lithopshäre und Abschätzung der petrologischen Parameter ist ein Schwerpunkt zukünftiger Forschungsprojekte.

Mehr Informationen zur Swarm Mission finden sie hier:


 

GOCE

Der GOCE Satellit führte von 2010 bis Ende 2013 Messungen des Schwerefeldes durch. Die Messungen wurden mit einem Gradiometer durchgeführt und lieferten somit direkt gemessene Informationen über den kompletten Schweretensor der Erde. Die laterale Auflösung der Messung beträgt ca. 80 km. Die Messungen werden dazu genutzt, die Moho und weitere laterale Dichteunterschiede in der Kruste zu modellieren. Die Verwendung des gesamten Schweretensors verbessert Inversionslösungen und die Detektion von Dichtekontrasten in der Lithosphäre.

Mehr Informationen über geophysikalische Anwendungen mit GOCE finden Sie hier: GOCE+GeoExplore

Im Speziellen nutzen wir die GOCE-Gradientendaten derzeit, um die Struktur der antarktischen Lithosphäre zu untersuchen. Das Forschungsprojekt GOCE+Antarctica verknüpft diese Potenzialfelddaten mit aktuellen seismologischen Studien, um ein integriertes und konsistentes 3D-Modell der Antarktis bis in 400 km Tiefe zu erstellen. Die thermische und isostatische Situation sind insbesondere relevant für anschließende Untersuchungen der Interaktion der festen Erde mit der Eisbedeckung (Glacial Isostatic Adjustment). Weiterhin sollen die Ergebnisse des Projekts dabei helfen, die geodynamische Vergangenheit des Kontinents besser zu verstehen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:


 

Abgeschlossene Projekte

 

TIPot 3D

Integrative Interpretation von Potentialfeldern und korrespondierenden Gradienten mit Hilfe von 3D Modellen und Visualisierungen.

Mehr Informationen zu TIPot 3D finden sie hier: TIPot 3D


 

Imosaga - Integrated Modeling of Satellite and Airborne Gravity data of Active Plate Margins

Diese Projekt schliesst sich an das NOGAPSGRAV Projekt (Novel Geophysical And Petrological applications of new-generation Satellite-derived Gravity data with a focus on hazardous and frontier regions) an und setzt die Bearbeitung der ersten GOCE & HALO Daten fort. Es zielt darauf ab die Dichten und dynamischen Strukturen von aktiven Plattengrenzen von Subduktionszonen in Süd- und Zentralamerika in 3D zu interpretieren. Hierfür wurden Satelliten und terrestrische Gravimetrie Daten verwendet (GOCE, GRACE).

Mehr Informationen finden Sie unter folgenden Links:

www.iapg.bgu.tum.de/Projekte/IMOSAGA/

www.massentransporte.de